Begleiteter Umgang

Kinder brauchen beide Eltern!

Der Begleitete Umgang ist ein Hilfeangebot für Kinder, die nach Trennung oder Scheidung der Eltern eine tragfähige Beziehung zu beiden Elternteilen erhalten oder aufbauen wollen.

Immer mehr Kinder und Jugendliche erleben die Trennung und Scheidung ihrer Eltern. Häufig ist die veränderte Lebenssituation für Kinder und Eltern sehr belastend: Etwa für das Sorgerecht und den Umgang fehlt oft eine einvernehmliche Lösung. Häufig bedeutet dies für die Kinder eine Einschränkung – oder sogar den Abbruch – des Kontaktes zu einem Elternteil. Dies kann die weitere seelische Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.

In sogenannten hochstrittigen Trennungsfamilien kommt es zudem oft zu einer besonders schwierigen Beziehungsdynamik. Unser Anliegen ist ein möglichst unbeschwerter Umgang miteinander unter spannungsarmen Bedingungen auf neutralem Boden, wo der weitere Umgang geregelt werden kann. Die Umgangsbegleitung bietet einen geschützten Rahmen für Eltern-Kind-Kontakte, die sonst nicht zustande kommen würden.

Ziel des Begleiteten Umgangs ist es stets, das Interesse und die Bedürfnisse des Kindes sowie sein Recht auf den Umgang mit beiden Elternteilen zu stärken.

Unser Angebot  richtet sich an Familien aus dem Stadtgebiet Bad Pyrmont, die vom Kommunalen Sozialdienst des Landkreises Hameln-Bad Pyrmont nach Urteil eines Gerichts auf das Angebot des Begleiteten Umgangs verwiesen werden. Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten die Umgänge und beraten die Erwachsenen dabei, ihre Kontakte zu gestalten.


 

Kontakt:

Der Kinderschutzbund Bad Pyrmont e.V.                                                                                           
Bismarckstraße 16a | 31812 Bad Pyrmont

Telefon: 05281 - 60 95 05

E-Mail: info@kinderschutzbund-badpyrmont.de

Gerne können Sie auch unser Online-Kontaktformular verwenden.

 

 


 

Hinweise für Eltern zum Umgangsrecht

Liebe Mütter und Väter,  

den Kinderschutzbund erreichen in den letzten Tagen zahlreiche Anfragen dazu, wie der Umgang bei getrenntlebenden Eltern mit ihren Kindern trotz Ausgangs- und Kontakteinschränkungen während der Corona-Krise aufrecht erhalten werden kann bzw. muss.

Die Familienkonstellationen in Trennungs- und Scheidungssituationen sind sehr individuell und daher können wir hier keine passgenaue Lösung für alle Familien anbieten.

Aber hier einige Hinweise für Sie, die wir in Anlehnung an die Ausführungen des Bundesjustizministeriums zum Thema formuliert haben:

Grundsätzlich besteht das Umgangsrecht fort und kann nicht aufgrund der derzeitigen Krise ausgesetzt werden. Die Beschränkungen erlauben den Kontakt zu den engsten Familienmitgliedern. Dennoch steht das Kindeswohl im Vordergrund und muss bei allen Überlegungen berücksichtigt werden.

Können die getroffenen Umgangsregelungen nicht eingehalten werden, müssen alternative Möglichkeiten gefunden werden. Das sollte im besten Fall friedlich und mit Verständigung auf gemeinsame Lösungen erfolgen, auch wenn es schwerfällt. Sollten gemeinsame Lösungen nicht gefunden werden, können Jugendämter oder Familienberatungsstellen vermittelnd eingeschaltet werden. Diese bieten zwar zurzeit zumeist keine persönlichen Gespräche an, nutzen aber die vielfältigen anderen Kommunikationsmöglichkeiten zur Unterstützung und Beratung von Familien.

Eine Verweigerung des Umgangs ist ausnahmsweise nur dann in Ordnung, wenn ein Kind oder ein Elternteil oder sonstige Personen aus dem Umfeld mit dem Virus infiziert sind. In diesen Fällen ist der Kontakt für 2 Wochen untersagt.

Das Coronavirus-Argument sollte aber nicht als Vorwand zur Verhinderung des Umgangs verwendet werden. Auch hier sollten die Interessen und Bedürfnisse der Kinder, also das Kindeswohl, trotz vorhandener Elternkonflikte im Vordergrund stehen.

 

Liebe Eltern,

ermöglichen Sie Ihren Kindern den Kontakt zu beiden Elternteilen auch in diesen außergewöhnlichen Zeiten, auch wenn es für alle Beteiligten eine große Herausforderung bedeutet! Werden Sie kreativ und nutzen Sie die vielfältigen Möglichkeiten wie z. B. telefonieren, skypen, Karten und Briefe schreiben, die Nutzung von Whatsapp und anderen Messengerdiensten oder einen gemeinsamen Spaziergang unternehmen.  Halten Sie dabei bitte die Hygiene- und Abstandsregeln ein. Beziehen Sie in die Suche nach Lösungen auch Ihre Kinder je nach Alters- und Entwicklungsstand ein! Kinder haben oft wunderbare eigene Ideen!

 

Ein ausführliches FAQ hat das Bundesjustizministerium auf seinen Seiten zusammengestellt:

https://www.bmjv.de/DE/Themen/FokusThemen/Corona/SorgeUmgangsrecht/Corona_Umgangsrecht_node.html

(Auszug Bundesverband)

 

Wir sind sicher, dass diese Krise auch zu neuen Ideen und Möglichkeiten führen wird. Bleiben Sie und Ihre Kinder gesund!